Planungsideen

8 Tipps für die Kinderzimmergestaltung

Eines ist sicher: Im Kinderzimmer kann es gar nicht zu viel Stauraum geben. Ein breites Sitzfenster mit Schubkästen stellt eine praktische und schicke Lösung dar.

Kinder(t)räume

Oft es es doch so: Noch bevor das Kind das Licht der Welt erblickt, haben Eltern schon genaue Vorstellungen davon, wie das Babyzimmer aussehen soll. Sie durchstöbern das Internet, sammeln Inspirationen, schlendern durch Möbelabteilungen und kaufen sogar schon Kuschelkissen.

Babys benötigen kein eigenes Reich

Wir Eltern möchten es unserem Nachwuchs so schön wie möglich machen, doch dabei vergessen wir, dass ein Baby vor allem die Nähe bei Mama und Papa genießt und am liebsten im Elternbett schläft. Kurzum: Für Babys ist ein eigenes Zimmer eigentlich von keinerlei Bedeutung.

Im Wandel der Zeit

Schon bald ändert sich die Situation: Es wird Spielfläche benötigt, Platz zum Vorlesen oder Schätze aufbewahren. Ein Bett – liebend gern ein Hochbett – ein Schreibtisch in angenehmer Lernumgebung und von Jahr zu Jahr wächst der Wunsch nach mehr Privatsphäre.

Raum für Veränderung

All das zeigt: ein Kinderzimmer muss viele Funktionen erfüllen, um den Bedürfnissen der heranwachsenden Kinder gerecht zu werden. Keine so einfache Aufgabe, wenn man bedenkt, dass es meist ein und derselbe Raum bleibt. Das Zauberwort heisst daher: Flexibilität. Worauf ihr bei der Planung achten solltet, erfahrt ihr hier.

8 Tipps für die Kinderzimmerplanung

Kinderzimmer im Wolfhaus

Oberste Priorität: möglichst viel natürliches Licht im Kinderzimmer. Bodentiefe Fenster eignen sich dafür bestens.

1. Grundrissplanung

Lage:

Wo soll sich das Kinderzimmer im Haus befinden? In welcher Weise soll es vom Elterntrakt abgetrennt sein?
Für die richtige Lage spielt das Alter des Kindes eine entscheidende Rolle. Ist es schon größer, erweist es sich als sinnvoll, das Zimmer so klar wie möglich vom Elternbereich abzugrenzen.

Auf dem Weg in die Unabhängigkeit

Gerade Teenager wünschen sich Privatsphäre. In diesem Fall könnten die Kinderzimmer in der einen Hälfte des Hauses im Obergeschoss geplant werden, der Elternteil auf der anderen. Dieser klassischen Anordnung bedienen sich viele Bauherren. Die Treppe sollte dabei so liegen, dass der Nachwuchs mit seinen Freunden nicht immer am Schlafzimmer vorbeistapfen muss.

  • Nah beim Schlafzimmer
    Für Babys und Kleinkinder ist es ratsam, den Raum in der Nähe des Schlafzimmers zu platzieren. Müssen die Kleinen nachts umsorgt werden, erspart man sich weite Wege. Auch die Nutzung der benachbarten Räume spielt eine Rolle. Befindet sich das Badezimmer direkt nebenan, können Dusche oder Toilettenspülung laute Geräusche verursachen und das Kleine wecken.
  • Zimmertausch
    Aber Babys wachsen schnell und sind bald stolz auf ein eigenes Reich. Solltet ihr ohnehin im Obergeschoss ein Arbeits- oder Gästezimmer  planen, könntet ihr dieses neben dem Elternbereich platzieren. Anfangs würden hier Babybett und Wickeltisch einziehen, später könntet ihr die Räume einfach tauschen, so dass das Kleinkind in ein größeres Zimmer wechselt.
  • Ein eigenes Reich im Erdgeschoss
    Wie wäre es gerade für Teenager mit einem eigenen Raum im Erdgeschoss? Ein ursprüngliches Büro könnte dafür genutzt werden und das Homeoffice würde oben seinen neuen Bestimmungsort finden. Wenn ihr das in Erwägung zieht, plant im Erdgeschoss nicht nur ein Gäste-WC, sondern besser ein Duschbad ein. Euer Kind wird es euch danken.

Ausrichtung:

Kita- oder Schulkinder nutzen ihren Bereich überwiegend nachmittags. Von daher ist eine Ausrichtung nach Süden oder Westen sinnvoll – für möglichst viel natürliches Licht.

2 in1: Ein Raumtrenner, der das Zimmer in Bereiche untergliedert und zugleich nützlichen Stauraum schafft.

Form:

Rechteckige Kinderzimmer lassen sich unkompliziert möblieren und es entsteht in der Mitte viel Spielfläche. Verwinkelte Zimmer haben Charme und den Vorteil, maßgefertigte Möbel in Nischen einbauen zu können oder abgetrennte Bereiche entstehen zu lassen. So zaubert ihr eine Menge Individualität ins Zimmer.

Was liegt darunter?

Wenn ihr beispielsweise das Kinderzimmer im Obergeschoss über dem Hauswirtschaftsraum des Erdgeschosses oder über der Diele platziert, werden euch das Gehüpfe, Gerenne oder lautere Musik weitaus weniger stören, als wenn das alles über dem Wohn-Ess-Bereich stattfindet.

Praktisch: Die Fläche in der Mitte des Zimmers kann für Kleinkinder zum Spielen auf dem Boden genutzt werden und für große Jungs – wie hier – für den Tischkicker.

2. Raumgröße

Es gibt eine einfache Antwort: So groß wie möglich! Schließlich soll sich der Nachwuchs doch möglichst lange Zuhause wohlfühlen. Eine gesetzliche Vorgabe existiert in deutschen Bauordnungen hierfür nicht, wohl aber Empfehlungen von Experten.

Ideale Größe eines Kinderzimmers

Demnach sollte ein Kinderzimmer mindestens 12 Quadratmeter umfassen. Eine Größe zwischen 14 und 18 Quadratmeter ist ideal und bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten. Letztlich hängt es aber auch davon ab, welche Funktionen der Raum erfüllen muss.

Wo kann das Kind ansonsten spielen?

Ist ein separater Platz für den Schreibtisch geplant, vielleicht in der Galerie oder in einem Gäste-Arbeitszimmer? Gibt es eine zusätzliche Spielfläche im Erdgeschoss oder Stauraum für Spielzeuge, die aktuell nicht genutzt werden? Diese Überlegungen solltet ihr schon in die Planung einbeziehen.

Mit eigenem Balkon: gerade für (Fast-) Erwachsene ein beliebter Ort. So müssen sie sich die Terrasse nicht mit ihren Eltern teilen.

Kinderzimmer im Wolfhaus

Fenster übereck geplant: So können die Hausaufgaben mit ausreichend Tageslicht erledigt werden.

3. Fensterplanung

Kleinkinder lieben bodentiefe Glaselemente, denn so bekommen sie auch von draußen etwas mit, ohne auf die Hilfe von Erwachsenen angewiesen zu sein. Sie können mitverfolgen, ob es gerade regnet oder ob eine Katze durch den Garten streift. Zudem gelangt so ein Maximum an Tageslicht ins Innere. Idealerweise gönnt ihr dem Zimmer gleich zwei Fenster.

Gerne mit Balkon

Auch ein hochgelegtes Fensterband ist sehr praktisch. Einerseits kann darunter von außen sichtgeschützt das Bett platziert werden, andererseits kommt viel natürliches Licht hinein. Ein eigener Balkon ist ebenfalls eine Überlegung wert; denn der wird vor allem von den älteren Kindern sehr geschätzt.

4. Kinderbad

Bäder für den Nachwuchs sind angesagt. Und praktisch! Kein Gedrängel am Morgen. Diese paar Quadratmeter können den Familienfrieden sichern. Das Kidsbad sollte an das Kinderzimmer angrenzen. Es könnte aber auch als Bindeglied zwischen zwei Kinderbereichen fungieren – mit direktem Zugang nur von diesen Zimmern aus.

Gemütlich: Ein Holzboden wirkt optisch warm, ein Teppich sorgt für zusätzliches Wohlfühlambiente.

5. Bodenbelag

Kinder verbringen viel Zeit auf dem Boden und dieser wird stark beansprucht. Tagein, tagaus ist er die Spielwiese für einfach alles: für die überlaufende Puppenbadewanne genauso wie für die ersten Versuche auf dem Roller oder den Experimentierkasten.

Robust und langlebig

Deshalb muss der Belag robust und unempfindlich sein mit mittlerer bis hoher Abriebfestigkeit. Diese sagt aus, wie gut der Boden äußeren Einflüssen standhält. Zugleich sollte der Boden warm und schadstofffrei sein, gerade bei Kleinkindern. Greift dabei unbedingt auf zertifizierte Produkte zurück.

Holz und Teppich?

Empfehlenswert sind Holz- oder Korkfußböden und kurzflorige Teppiche. Parkett ist langlebig und natürlich, ein Teppich kuschelig und warm. Wie wäre es mit einer Kombination aus beidem?

Heiss geliebt: Hochbetten. Oben befindet sich der Schlafbereich, unten eine Sitz- oder Spielfläche.

6. Stauraum

Es ist doch verrückt, wie viel Spielzeug sich binnen kürzester Zeit ansammelt oder? Und es kommt ständig etwas Neues hinzu. Um innerhalb des Zimmers möglichst viel zu verstauen, bietet sich ein Hochbett an.

Oben schlafen – unten Stauraum

Diese zweite Ebene schafft zusätzliche Fläche. Das Bett oben und darunter könnten Stauraumregale oder kombinierbare Schranksysteme ihren Platz finden. Solche, die sich nach dem Baukastenprinzip immer wieder erweitern lassen. Das sorgt für eine einheitliche Optik.

Kinder lieben Motivtapeten: ideal zum Bestaunen und Entdecken

7. Farbe und Tapeten

Geht es an die Wandgestaltung, spielen Größe und Helligkeit eine essentielle Rolle. Dunkle Farben lassen Räume kleiner wirken. In größeren, lichtdurchfluteten Räumen stellen sie kein Problem dar. Und egal: pink, lila oder grün – überlasst euren Kids ruhig selbst die Entscheidung, schließlich sollen sie sich wohlfühlen.

Lieblingsfarbe: bunt

Und wenn sie daneben liegen: gar nicht schlimm. Eine Wand ist doch schnell wieder umgestrichen. Zusätzlich könnt ihr Farbe mit Stoffen, Teppichen, Bettwäsche und bunten Aufbewahrungsboxen ins Spiel bringen, die sich bei einem Geschmackswandel unkompliziert austauschen lassen.

Tapete ist angesagt! 

Das Gestalten mit Motivtapeten ist nicht nur für Kinderzimmer eine tolle Möglichkeit, Individualität in Räume zu zaubern. Und bei der riesigen Auswahl, wird ganz sicher jeder fündig.

8. Anschlüsse

Die Zeit rennt und so werden eure nicht mehr ganz so Kleinen schon bald den ersten Computer benötigen oder sich ein TV-Gerät wünschen. Um flexibel zu bleiben, solltet ihr hier bei der Planung an die erforderlichen Anschlüsse denken. Ein internetfähiger Schreibtischplatz gehört zum Standard.

Gemeinsam planen

Und eines möchten wir euch ganz besonders ans Herz legen: Bezieht eure Kinder, wo immer es geht, in die Planung mit ein. Vorfreude ist bekanntermaßen die schönste Freude.